ICH SCHREIBE, ICH LESE, ICH SINGE und ICH SPIELE KLAVIER
Roul Starka
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Im Kaffeehaus
Im Kaffeehaus sagt jemand zu mir: „Na? Du schaust so gedankenversunken!“ Darauf ich: „Ja, aber nur kurz, erst seit 60 Jahren.“ Fragt er mich weiter, wie ich das meine. Sage ich ihm, freundlich: „Das weiß ich nicht, das ist nicht mein Beruf.“ Sagt er, er ist ein Mann, gebildet: „Aber du bist doch Schriftsteller, Künstler, du musst doch wissen, wie du es meinst, wenn du etwas sagst oder schreibst?“ „Nein, weiß ich nicht. Ich sag etwas, aber nur auf der Bühne, da sing ich es auch, wenn das Klavier und der Mund es so wollen, oder ich schreib etwas, wenn die Hand und der Bauch das so wollen. Doch hab ich keine Ahnung, wie ich es meine, das wissen dann eh die anderen, beruhigend.“ „Das versteh ich nicht.“, sagt er. „Ich auch nicht.“, sag ich und rühr meinen bereits umgerührten Kaffee wieder um. Da fällt mir ein, dass Zucker angeblich sehr schädlich ist, und rauche mir eine Zigarette an. „Du weißt aber schon, dass rauchen sehr schädlich ist!“, sagt mein Mann, ein fescher. „Ja.“, sag ich, grüße höflich und gehe ins nächste Kaffehaus.

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Roul Starka

Frohe Ostern!

St. Pölten, 9.4.23  

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